Dr. Kessie Jekyll und Mr. Kessie Hyde
(Nur für Oberlinder zu lesen, die rund um Messerpaint 6 wohnen) Liebe Nachbarn, sie meint es nicht so! Und sie - die andere, der Mensch an ihrer Seite - springt wirklich fast immer wie von der Tarantel gestochen auf, wenn sie die Stimme erhebt. Sie, das ist dieser tagsüber so unauffällige, so unhörbare Hund. Sie kennen ihn gut, er wirkt tagsüber recht liebenswert. Aber nachts... Es ist wie mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde.
Wir diskutieren beinahe jeden Abend intensiv über ihre lautstarken Ausbrüche. Sie war schon bei den namhaftesten Hundepsychiatern. Niemand vermochte bisher zu ergründen, warum sie bei Einbruch der Dunkelheit den lästigen Drang verspürt, die Stimme zu erheben.
Sie rechtfertigt ihr Verhalten meist damit, daß sie angibt, Einbrecher gehört zu haben, die unsereins unfähig sei zu hören. Das mag ja sein. Wenngleich ich erhebliche Zweifel daran habe, daß Oberlind so sehr von Einbrechern heimgesucht wird. Eher sind es wohl die vielen Katzen, die nachts ihr Unwesen treiben. Sie bestreitet zwar, sich in der letzten Zeit auch nur ein einziges Mal wegen so niederer Wesen wie dieser Katzen echauffiert zu haben, aber ich glaube ihr nicht. Das wiederum empfindet sie als Beleidigung. Sie stehe in ihrem Alter längst über jeder Katze. Sagt sie.
Liebe Nachbarn, seien Sie versichert, wir bemühen uns beide täglich. Nicht immer erfolgreich. Leider. Aber glauben Sie mir, wenn sie dermaleinst in die ewigen Jagdgründe eingeht (und da seien noch ein paar Jährchen bis dahin!), werden Sie nicht mehr schlafen können, weil Sie sie nicht mehr hören...
(Nachtrag aus aktuellem Anlaß, 10.5.08): Sie rechtfertigt sich gerade nach einer fürchterlichen Standpauke damit, daß diese "blöden Katzen" die ganze Nacht ungeniert ihr Unwesen treiben dürften. Schauderhafte Gesänge anstimmten, bei denen man ernsthaft fürchte, diesmal werde tatsächlich ein Kleinkind abgestochen. Und dann liefen sie einem friedlich daliegenden Hund vor die Schnauze, ja, und da solle man nicht ausrasten dürfen?


Letzte Kommentare