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Seltmann

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    Eine Zeitreise zurück: Bilder von den letzten Tagen der Firma Seltmann, bevor diese leergeräumt und neu genutzt wurde (Januar 2003); Fotos: © Eichl

In eigener Sache

05. Mai 2008

Dr. Kessie Jekyll und Mr. Kessie Hyde

(Nur für Oberlinder zu lesen, die rund um Messerpaint 6 wohnen) Liebe Nachbarn, sie meint es nicht so! Und sie - die andere, der Mensch an ihrer Seite - springt wirklich fast immer wie von der Tarantel gestochen auf, wenn sie die Stimme erhebt. Sie, das ist dieser tagsüber so unauffällige, so unhörbare Hund. Sie kennen ihn gut, er wirkt tagsüber recht liebenswert. Aber nachts... Es ist wie mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

Kaesiex Wir diskutieren beinahe jeden Abend intensiv über ihre lautstarken Ausbrüche. Sie war schon bei den namhaftesten Hundepsychiatern. Niemand vermochte bisher zu ergründen, warum sie bei Einbruch der Dunkelheit den lästigen Drang verspürt, die Stimme zu erheben.
Sie rechtfertigt ihr Verhalten meist damit, daß sie angibt, Einbrecher gehört zu haben, die unsereins unfähig sei zu hören. Das mag ja sein. Wenngleich ich erhebliche Zweifel daran habe, daß Oberlind so sehr von Einbrechern heimgesucht wird. Eher sind es wohl die vielen Katzen, die nachts ihr Unwesen treiben. Sie bestreitet zwar, sich in der letzten Zeit auch nur ein einziges Mal wegen so niederer Wesen wie dieser Katzen echauffiert zu haben, aber ich glaube ihr nicht. Das wiederum empfindet sie als Beleidigung. Sie stehe in ihrem Alter längst über jeder Katze. Sagt sie.

Liebe Nachbarn, seien Sie versichert, wir bemühen uns beide täglich. Nicht immer erfolgreich. Leider. Aber glauben Sie mir, wenn sie dermaleinst in die ewigen Jagdgründe eingeht (und da seien noch ein paar Jährchen bis dahin!), werden Sie nicht mehr schlafen können, weil Sie sie nicht mehr hören...

(Nachtrag aus aktuellem Anlaß, 10.5.08):  Sie rechtfertigt sich gerade nach einer fürchterlichen Standpauke damit, daß diese "blöden Katzen" die ganze Nacht ungeniert ihr Unwesen treiben dürften. Schauderhafte Gesänge anstimmten, bei denen man ernsthaft fürchte, diesmal werde tatsächlich ein Kleinkind abgestochen. Und dann liefen sie einem friedlich daliegenden Hund vor die Schnauze, ja, und da solle man nicht ausrasten dürfen?

28. April 2008

Lieber Joschi, alles in allem eine reife Leistung!

Auch wenn er sich mit dem VOHblog nicht mehr anfreunden konnte, wir wollen ihn trotzdem gebührend verabschieden. Unseren Bürgermeister Josef Zilbauer. Lieber Joschi, das war alles in allem eine reife Leistung! Sagen würdest Du das in aller Deutlichkeit ja nie, daß Dir die Kommentare hier nicht immer gefallen. Auch wenn Du Dich schon so ärgern mußtest, daß Du "das Internet" in Deiner Rede zum Jahresschluß zitiert hast. Aber war ja nur falsch verstanden. Wir hätten uns einmal zusammensetzen sollen, wir hätten das ganz schnell wieder ins rechte Licht gerückt.

Bgmzilbauer Und da wären wir schon bei einer Deiner herausragenden Eigenschaften: Du hast nie etwas auf Dauer übelgenommen. Das wäre auch vollkommen gegen Dein Naturell, denn Dein höchstes Bestreben gilt der
Harmonie rund um Dich. Das hast Du vor allem im Stadtrat immer und immer wieder gezeigt. Leider hat das auch dazu geführt, daß die Stadtratssitzungen arg langweilig geworden sind. Aber das ist kein ernsthaftes Argument gegen das Bemühen, Streit zu vermeiden. Vor allem solchen, nach dem man sich nicht mehr in die Augen schauen kann. Du hast die Sitzungen so geleitet, daß es sogar dem einen oder anderen cholerischen Temperament in den Reihen der Räte nicht mehr möglich war, auszubrechen. Wie gesagt, es hat den Sitzungen etwas von einem langen, ruhigen Fluß verliehen, und es war für einen Zeitungsmenschen oftmals nicht sehr ergiebig, aber der Zusammenarbeit im Stadtrat sicher höchst dienlich. Und das ist entscheidend.

À propos Zeitungsmensch: Die Zusammenarbeit mit den "Oberpfälzer Nachrichten" (Gott hab´ sie selig), besser: mit der ON-Redaktion Vohenstrauß war so gut, daß nicht zuletzt dadurch die Vohenstraußer Redaktion immer die denkbar besten Karten innerhalb der Gesamtredaktion hatte. Wir haben natürlich auch gut gearbeitet (das kleine Eigenlob sei gestattet), aber ohne Deine Unterstützung, lieber Joschi, wären wir nicht so gut gewesen. Dafür nachträglich ein ganz herzliches Vergelt´s Gott!

Wenn ich zum Beispiel daran denke, wie wir immer wieder einmal verzweifelt einen Aufmacher gesucht haben (uns war bei Strafe verboten, mehrere Tage hintereinander mit einem Vereinsbericht aufzumachen, das ist heute anders), und wie oft Du dann als Helfer in der Not eingesprungen bist und  kurzfristig einen Termin frei hattest. Sicher, das hat Dir meist auch genützt, aber nicht zwangsläufig und nicht immer. In der Weise unterstützt haben uns im übrigen auch einige Deiner Bürgermeisterkollegen, die entweder nicht mehr im Amt sind oder demnächst aufhören (Hans Roßmann, Gustl Reichenberger, Hermann Lindner, Werner Braun u.a.), und auch ein Pfarrer Franz Winklmann. Danke.

Es war eine äußerst vertrauensvolle Zusammenarbeit, die nicht nur für beide Seiten gewinnbringend war, die auch eine Basis hatte, die sie ohne Deine Bereitschaft, anderen einen Vertrauensvorschuß zu geben, nie hätte haben können. Du bist dabei immer auch Risiken eingegangen. Und hoffentlich nicht enttäuscht worden.

Die Fußstapfen sind tatsächlich groß, die Du hinterläßt. Nicht nur wegen Deiner Schuhgröße. Gewiß, Du hättest noch das eine oder andere mehr geschafft, wenn Du nicht immer der Meinung gewesen wärst, Du könntest nur Bittsteller spielen gegenüber übergeordneten Behörden. Das war ein Fehler. Da fehlte Dir das Selbstbewußtsein eines Hans Schröpf - und vielleicht auch der Draht zu einem Gustl Lang. Trotzdem ist eine ganze Menge geschehen. Und das ohne größere Streitereien im Stadtrat (siehe oben).

Mein persönliches Fazit: Das muß Dir erst einmal einer nachmachen, lieber Joschi. Alles Gute für den Ruhestand! Bleib gesund.

Das Foto ist von der Website der Stadt www.vohenstrauss.de geklaut.

29. November 2007

Der VOHblog ist ein Jahr alt!

Ums Haar vergessen. Der VOHblog ist seit zwei Tagen ein Jahr alt. Darum: Mitmachen und gewinnen! Zum Einjährigen verlosen wir, was Sie schon immer gewinnen wollten, aber bisher nicht einmal zu denken gewagt haben. Die Preisfrage? Bringt die CWG, nein, sie heißt ja jetzt anders, bringen also die "Freien Wähler" einen Bürgermeisterkandidaten oder nicht? Und: Werden wir das jemals erfahren?

Wir haben ja lange überlegt, womit man Vohenstraußern eine Freude machen kann. Dies verworfen, jenes verworfen, um endlich bei folgenden drei Spitzenpreisen zu landen:

1. lebenslanges kostenloses Wohnen im linken Außenturm der Friedrichsburg; nachdem die Burg zum Event-Castle (sprich: Iwänt-Kasl) aufgestiegen ist, dürfte die 23 Quadratmeter große Kammer mit dem außergewöhnlichen Schießschartenfenster, um die es hier geht, zu den attraktivsten Lofts gehören, die in und um Vohenstrauß für Geld zu haben sind (der Garten darf zum Teil mitbenutzt werden, über den Einbau einer Heizung kann verhandelt werden);

2. das lebenslange Recht auf den besten Platz im Prinzenpaar-Wagen des legendären Vohenstraußer Faschingszuges, dazu jedes Jahr zwei große Beutel mit exklusiven Naschereien, die allein der Inhaber dieses Platzes unters Volk streuen darf;

3. das lebenslange Recht auf den besten Zuhörerplatz bei den Stadtratssitzungen; leider kommen nur sehr wenige in den Genuß der Sitzungen, denn die Plätze sind bekanntlich regelmäßig und lange im voraus ausgebucht.

18. Juli 2007

Musiker als Lehrer - Hommage zum Abschied

Das wird jetzt eine glatte Themaverfehlung. Was hat ein Herr Malzer, Musiklehrer am Neustädter Gymnasium, mit diesem Blog hier zu tun? Wenig. Nur soviel, als die hier Schreibende von jenem Musiklehrer vor über 20 Jahren selbst versucht hat zu lernen. Aber wir sind ja hier nicht in der Schule. Wer wollte uns also diese Themaverfehlung ankreiden? Die Schülerin von damals hat die Kadenzen leider bis heute nicht begriffen. Was aber nicht an Herrn Malzer liegen muß. Nur: Die Kadenzen und Herr Malzer sind für sie sozusagen eine Symbiose eingegangen. Und nun geht dieser Karl-Heinz Malzer heuer noch in den Ruhestand. Vom Neustädter Gymnasium aus. Man möchte ihm als alte Augustinerin zurufen: Wie konnten Sie nur nach Neustadt gehen? Egal. Sie werden dennoch einer Augustinus-Schülerin einen "Nachruf" gestatten.

Lieber Herr Malzer, versuche ich mich zu erinnern, dann habe ich vor mir das Bild des Musikzimmers im Augustinus. Unter dem Dach. Wir mußten immer da hinaufsteigen, um zu Ihnen zu kommen. Es war eines jener Fächer, dem wir Schüler - wiewohl an einem humanistischen Gymnasium - wenig Bedeutung beigemessen haben. Ich erinnere mich dunkel, daß uns das auch so von den anderen Lehrern vermittelt wurde (werden die heute sicher alle abstreiten). "Ach, Musik", hieß es. Das galt noch weniger als die Sportstunden bei dieser unglaublich resoluten Frau Herzig. Dabei war die Athletik bei Frau Herzig ein weit größerer Horror als Ihre Kadenzen!

Kadenzen. Ich habe heute abend im Freundeskreis erst wieder festgestellt, daß man einerseits belächelt wird, weil man sich Gedanken macht über etwas nie Gehörtes, während die anderen - die Musiker - sagen: "Was soll denn daran schwierig sein?" Man könnte also sagen, die Kadenzen spalten die Menschheit. Die einen kennen sie nicht einmal, die anderen empfinden sie als selbstverständlich.

Diese fürchterlichen Kadenzen...

Ich sehe mich sitzen auf jenen seltsamen Stühlen im Musiksaal. Diese Stühle mit den klappbaren Pulten, auf denen man sein Musikheft liegen hatte. Sie vorn an der Tafel. Die Kadenzen erklärend. Ich verzweifelt alles mitschreibend. Nichts verstehend. Warum nur? Bis heute ist mir nicht klar, wo das Problem war? Ich halte mich für keineswegs unmusikalisch, aber zur Kadenzen-Zeit hatte ich panische Angst vor jeder "Ex". Vor jedem Ausfragen. Was hat es nur mit diesen Kadenzen auf sich? Ist es möglich, daß die Kadenzen etwas Mathematisches an sich haben? Ja? Dann ist mir alles klar. Dann werde ich die auch nie mehr verstehen...

Woran ich mich auch noch sehr gut erinnere, das war Ihr Kreidewerfen, lieber Herr Malzer. Dieses Kreidewerfen war gefürchtet unter uns Schülern, es gab Ihnen als Lehrer aber auch ein gewisses Etwas. Jeder von uns wußte, daß Sie ein Musiker sind. Nicht nur ein Musiklehrer. Und irgendwie gestand man Ihnen das Exzentrische zu, auch wenn man selber darunter litt. Denn Sie haben ja nicht nur mit den Kreidestummeln geworfen, sie haben auch getroffen.

Die Gesundheit von Johannes Heesters!

Inzwischen kenne ich Ihre Arbeit als Chorleiter ein wenig und weiß von Mitgliedern Ihrer Chöre, daß Sie zwar immer noch ein gestrenger Lehrmeister sind, aber auch ein Lehrer, den man gern noch länger hätte. Ich gehe davon aus, daß Sie sich nicht vollkommen aus der Musik zurückziehen werden. Und wünsche Ihnen für den Ruhestand die Möglichkeit, Schuberts "Forelle" oder der Stones´ "Angie" oder was Sie eben gern hören immer so laut wie nötig genießen zu können. Dazu eine viel bessere Gesundheit als die Schuberts - mindestens die eines Johannes Heesters. In diesem Sinn alles Gute für den Ruhestand!

www.jugendchor.org