Blog powered by TypePad

Blogroll

VOHblog-Suche

  • Google

    WWW
    VOHblog.

Seltmann

  • S13
    Eine Zeitreise zurück: Bilder von den letzten Tagen der Firma Seltmann, bevor diese leergeräumt und neu genutzt wurde (Januar 2003); Fotos: © Eichl

Verkehr

11. August 2008

Who´s gonna kill the Electric Car now?

Über das Elektroauto war hier schon einiges zu lesen; wen das Thema interessiert, der dürfte mit Interesse hören, daß inzwischen leistungsstarke Batterien für solche E-Autos serienreif sein sollen. Von Mitte August an sollen Prototypen in einer Nürnberger Fabrik hergestellt werden ZEIT/Wissen (7. August 2008). Da kann man dann wirklich nur noch fragen: Who´s gonna kill the Electric Car now?

19. Juli 2008

Bachblüten zur Vorbeugung gegen den Infarkt

Schärfere Mautregeln und Überholverbote für Lastwagen empfiehlt unser Bundesverkehrsminister, um unsere Autobahnen vor einem Infarkt zu bewahren Der neue Tag (16. Juli 2008). In einem Masterplan Güterverkehr und Logistik ist die Rede davon, daß der Güterverkehr auf deutschen Straßen bis 2025 um über 70 Prozent zunimmt. Wo bisher eine Fahrspur für die Lastwagen ausreiche, seien in etwa 20 Jahren zwei Spuren notwendig.

Verke17m Eine Horrormeldung für alle, die heute schon unter dem Autobahnlärm leiden. Lärm, der in erster Linie vom Güterverkehr verursacht wird. Aber auch alles andere als eine gelungene Pressemitteilung aus dem SPD-geführten Bundesverkehrsministerium. Dem werten Minister Wolfgang Tiefensee fällt angesichts solcher Arbeitspapiere, Verzeihung: Masterpläne nichts anderes ein als schärfere Mautregeln und Überholverbote für Lkws? Hat da erst vor kurzem wieder die Automobilindustrie im Ministerium vorgesprochen? Bahnchef Mehdorn kann´s nicht gewesen sein.

Wenn die Experten eine Steigerung um 300 Prozent prophezeit hätten, hätte das Ministerium vermutlich auch nicht anders reagiert. Denn die alte Idee, den Güterverkehr verstärkt auf die Schiene zu bringen, gilt ja inzwischen als Lachnummer, nachdem die Bahn Strecke um Strecke stillegt. Wir müssen wohl wirklich erst am Verkehr ersticken, ehe wir auf die Idee kommen, daß schärfere Mautregeln und Überholverbote auf Dauer so hilfreich sind, als rufe man einem Ertrinkenden zu, nur schön weiter die Arme zu bewegen, mehr könne man leider nicht für ihn tun.

Zum Weiterlesen: http://www.geowissenschaften.de/dossier-87-1.html

Foto: © NREL

20. Juni 2008

Tempolimit: Verzweifelte Suche nach Argumenten

Kann es sein, daß das Volk schon weiter ist als die Politik? Daß sich unsere Berufspolitiker in Berlin von Argumenten der Automobilindustrie kaufen lassen, die ein Großteil der Autofahrer schon lange nicht mehr glaubt? Nach einem Kurzurlaub, der mich wieder über Österreichs und Italiens geschwindigkeitsbeschränkte Autobahnen geführt hat, werde ich den Eindruck nicht los, daß auch auf deutschen Autobahnen nicht mehr so gerast wird wie früher. Sollten die deutschen Autofahrer dazugelernt haben? Ich halte das nicht mehr für ausgeschlossen. Denn ich gehe in dem Fall vom eigenen schlechten Beispiel aus: 180 km/h und mehr machen keinen Spaß mehr. Und das ist gut so!

Kann es also sein, daß uns deutschen Autofahrern, die wir als einzige in Europa noch rasen dürfen, das Rasen gar keinen Spaß mehr macht? Da fahren wir durch Frankreich, durch Italien, durch Österreich - ganz entspannt, da beschränkt. Und dann befahren wir schwarz-rot-güldenes Terrain und treten das Gaspedal durch. Und verspannen uns! Mit Recht. Denn wer mit 200 km/h durch die Gegend donnert, denkt nur noch an den Wahnsinnigen, der - ohne in den Rückspiegel zu schauen - zum Überholen ansetzt.  Und so ein Wahnsinniger sollte dem mit 200 km/h dahindonnernden Wahnsinnigen nicht begegnen. Man weiß ja, was passiert, wenn Wahnsinn auf Wahnsinn trifft.

Sclass_gallery_04_740x295_112007 Meine Erfahrung nach mehreren Tagen auf deutschen, österreichischen und italienischen Autobahnen ist die folgende: Man kommt sich wie ein Neandertaler vor, brettert man auf deutschen Autobahnen dahin - nur weil man´s darf, nur weil man´s kann. Und man schließt sich gern der Mercedes-S-Klasse mit Münchner Kennzeichen an, die souverän mit 130 km/h der Heimat entgegenfährt, auch wenn viel mehr drin wäre. Und plötzlich fallen einem die vielen großen Wagen auf, die offenbar kein Problem hätten mit einem bundesweiten Tempolimit (mit Ausnahme der Fahrer kleinerer BMWs, die waren und sind bis heute unbelehrbar). Warum nur wollen uns unsere Politiker glauben machen, sie müßten unsere notleidende Automobilindustrie schützen mit ihrem verzweifelten Nein gegen ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen?

Die deutschen Autobauer dürften in den USA nichts mehr verkaufen

Mercedes, Audi, Porsche dürften seit Jahren nichts mehr in die USA verkaufen, wenn das entscheidende Verkaufsargumemt die Geschwindigkeit wäre. Wenn es allein darum ginge, daß der Kunde die PS ausfahren kann, die er für viel Geld kauft. Das Gegenteil ist der Fall. Warum also kaufen die Menschen einen S-Klasse-Mercedes, einen Audi Q 7, wenn sie nur 110, maximal 130 km/h fahren dürfen? Ganz einfach: Weil die Geschwindigkeit uninteressant ist. Weil es nach wie vor darum geht, zu zeigen, was man hat, was man sich leisten kann.

Das Auto wird noch lange ein Statusobjekt bleiben. Ob man damit schnell fahren darf oder nicht. Darum ist die Leistung deutscher Oberklasse-Wagen kein Argument gegen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Mercedes, Audi und Porsche werden weiterhin ihre Riesenkarossen verkaufen, auch wenn man mit denen nur noch 110 km/h fahren darf. Denn um den Überholten auf der Autobahn geht es doch gar nicht, es geht um den Nachbarn. Der soll sich die Fingernägel kauen angesichts der Frage: Wie kann der sich das leisten?

Foto: Mercedes-Benz

07. Juni 2008

Die Umwelt kümmern unsere Umwege nicht

À propos von anderen lernen: Nicht nur die Bremer böten Lernstoff. Wie wäre es mit Tel Aviv? Die Israel-Korrespondentin der ZEIT, Gisela Dachs, hat vor kurzem berichtet, daß man in Tel Aviv beginnt, das Vorhaben zu verwirklichen, ein ganzes Land auf Elektroautos umzustellen. Auch wenn es dabei  mehr um handfeste politische denn ökologische Interessen geht.

Dachs schreibt: "Auf den ersten Blick sieht das Auto aus wie ein ganz normaler Renault Mégane, es fährt nur leiser und hat keinen Auspuff. Auch das alte negative Klischee mit der langsamen Beschleunigung stimmt nicht, wie eine Fahrt in einem Testwagen beweist: Das Auto rast los, liegt ziemlich gut in der Kurve und schafft es innerhalb von acht Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Damit beschleunigt es sogar schneller als ein vergleichbares "normales" Auto. Noch ist das Terrain allerdings nicht die Straße, sondern ein Parkplatz auf dem Tel Aviver Messegelände."

Initiator des Projektes ist Shai Agassi, Ex-Vorstandsmitglied von SAP, dessen neue Firma "Project Better Place" das notwendige Netz von Ladestationen für die E-Autos errichten will. Nach einer Umfrage der Start-up-Firma, die natürlich mit Vorsicht zu genießen ist, sollen die Israelis in großer Zahl bereit sein, auf ein E-Auto umzusteigen. Und die Israelis haben laut Gisela Dachs eine mindestens ebenso unvernünftige Liebe zu ihren benzinbetriebenen Fahrzeugen wie die Deutschen. Man sieht, man kann auch auf Umwegen klüger werden.

Von Bremen lernen? Wir Bayern doch nicht!

Irgendeiner muß ja Vorreiter spielen. Und die Bremer haben sich einer Sache angenommen, die nur noch vergleichbar ist dem Festhalten der katholischen Kirche an der Existenz des Teufels: dem sturen Beharren der Deutschen auf der Freiheit des Rasers auf deutschen Autobahnen. Nachdem es nicht einmal einer rot-grünen Regierung gelungen ist, sich zu einem Tempolimit durchzuringen, tut nun ein Bundesstaat den entscheidenden Schritt.

Es sind nur 60 Kilometer Autobahn, auf denen seit April nicht mehr als 120 km/h gefahren werden dürfen. Leider. Aber immerhin. Es gibt ja eigentlich kein Argument gegen ein allgemeines Tempolimit, nur ein paar dumme Einwürfe. Das ist das höchst Erstaunliche an der Sache. Denn selten hat sich in einem Land ein unhaltbarer Zustand so lange gehalten. Freilich, da ist die Auto-Lobby, die Abgeordneten aller Parteien immer noch zu verkaufen vermag, daß sie keinen ihrer schönen, schnellen Wagen mehr verkauft, wenn diese nicht mehr ausgefahren werden können. Was für ein Unfug! Wer sich bisher einen 7er-BMW gekauft hat, hat sich den doch nicht allein des schnellen Fahrens willen gekauft, sondern weil der sich so wunderbar als Statussymbol eignet und weil er ganz einfach wunderbar bequem ist. Und so ein Wagen eignet sich auch weiterhin als Statussymbol und verliert nichts von seiner Exklusivität, auch wenn er nur noch mit maximal 120 km/h gefahren werden darf.

Wie wäre es nun, wenn Bayern sich Bremen anschlösse? Sie lachen? Ja, ich auch. Denn Bayern wird vermutlich bis zuletzt die Freiheitsfahne hochhalten. Die Freiheitsfahne des Autobahnrasers. Und so muß wohl in dem Fall die EU tätig werden. Was für eine Peinlichkeit, wenn uns die EU vorschreiben muß, daß wir doch bitteschön endlich auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung einführen! In der Grundschule hätte man da gesagt: Ab in die Ecke!

20. Mai 2008

Bio-Sprit: So grün wie meine Augen rosa sind

Da möchte man den neuen Wagen doch gleich wieder hergeben: Diesel scheint weitaus umweltschädlicher als bisher angenommen. Nein, schlimmer noch: Diesel trägt offenbar mehr als Benzin dazu bei, den eh schon Hungernden die Portionen auf den Tellern nochmal zu verkleinern. Der Diesel war keine bewußte Entscheidung, eher so ein Nebeneffekt. Denn rein wirtschaftlich lohnt sich Dieselfahren längst nicht mehr. Aber daß es am Ende auch noch der Umwelt mehr schadet, als nützt... Wenn ich das mal bloß vor dem Kauf gewußt hätte.

Daß die vermeintlichen Bio-Treibstoffe ein ganz großer Irrtum sind, ein grüner Irrweg sozusagen, wird ja immer deutlicher. Die weltweite Ackerfläche läßt sich schließlich nicht unbegrenzt erweitern. Und wenn auf immer größeren Flächen Pflanzen für Bio-Sprit angebaut werden, kann man sich ohne höhere Mathematik ausrechnen, daß die Nahrungspflanzen auf den verbliebenen Flächen immer teurer werden. Eigentlich eine Entwicklung, die so absurd ist, daß man nicht glauben kann, wie es so weit kommen konnte. Inzwischen rudert die Bundesregierung, die den Bio-Sprit groß fördern wollte, wieder zurück. Aber nicht etwa, weil sie die oben genannte Gleichung nachgerechnet hat, sondern weil die Automobil-Lobby aufgeschrien hat. Denn viele ältere Wagen vertragen angeblich die geplante höhere Beimischung von Bio-Sprit im Benzin nicht. Die leeren Mägen tausende Kilometer weiter wären nicht so tragisch gewesen, aber ein acht Jahre alter Opel, der wegen zuviel Bio-Sprit im Tank den Geist aufgibt, das ist ein Argument.

Ich will kein Sojaöl in meinem Diesel!

Aber jetzt kommt´s: Die Minster Sigmar Gabriel (Umwelt) und Horst Seehofer (Landwirtschaft) sind sich einig, bei Diesel weiterhin die Beimischung von Bio-Sprit deutlich erhöhen zu wollen. Laut Greenpeace sind heute schon 20 Prozent des Biosprit-Anteils im Diesel Sojaöl. Die deutsche Rapsernte, die sich kaum mehr steigern lasse, reiche jetzt schon nicht mehr aus, um diesen Bedarf zu decken. Diesel sei somit weit umweltschädlicher als angenommen. Denn für den drastisch zunehmenden Anbau von Sojabohnen würden in Südamerika große Flächen gerodet. "Die Bundesregierung zwingt deutsche Autofahrer, den Urwald in Argentinien zu zerstören", sagt der Greenpeace-Agrarexperte Alexander Hissting (Greenpeace-Nachrichten 2/08).

"Wenn die (geplante, Anm. d. Verf.) 15-Prozent-Quote (der Beimischung von Bio-Sprit) erreicht werden soll, müßten nach Berechnungen von Greenpeace die Sojaplantagen um zusätzlich 80.000 Quadratkilometer wachsen. Das entspräche etwa der Fläche von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. In England fanden Greenpeace-Rechercheure im Diesel neben Sojaöl auch Palmöl aus Südostasien, wo für Palmölplantagen ebenfalls großflächig Urwälder zerstört werden. Die Folgen dieser Entwicklung sind dramatisch: Die Rodungen verstärken den Klimawandel, denn mit den Urwäldern gehen gewaltige Kohlenstoffspeicher verloren. Um dies wettzumachen, müßte auf den gerodeten Flächen jahrhundertelang Agrosprit produziert werden." (Greenpeace-Nachrichten 2/08)

Tempolimit: Ich kann´s noch nicht, aber ich übe

Nun bleibt mir nur eins: Mit Greenpeace die Abschaffung der Beimischungsquote von Bio-Sprit zu fordern. Unglaublich. Da wäre ich in puncto Umwelt mit der Spritschleuder, die ich gerade loszuwerden versuche, auch nicht wesentlich schlechter gefahren. Als ausgleichende Sofortmaßnahme bleibt mir nur eins: Ein Tempolimit vorwegzunehmen, zu dem sich hierzulande nicht einmal Rot-Grün durchringen konnte. Aber es ist eben sehr viel leichter, langsam zu fahren, wenn alle es tun (müssen). Ich bin mir noch nicht sicher, ob es mir bei meiner nächsten Autobahnfahrt gelingt. Ich übe aber...

21. Februar 2008

Tempolimit? Ein ganz schwieriges Kapitel

Jede Partei hat sich das im Wahlkampf anhören müssen. Die Waldauer wünschen sich eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Staatsstraße 2166, die unmittelbar an Waldau vorbei nach Weiden führt. Aber so recht eingegangen ist noch keine Partei darauf. Warum nicht?

Daß den ganzen Sommer über totgefahrene Enten aus dem Schloßweiher auf der Straße liegen, muß ja noch nicht einmal jemanden interessieren. Der Verkehrslärm für die Anwohner wäre aber auch gleich erheblich geringer, wenn die Geschwindigkeit in Höhe des Dorfes beschränkt würde. Das ist reine Physik. Das weiß jeder vernunftbegabte Mensch. Seit Jahren fordern die Waldauer nun ein solches Tempolimit. Bisher erfolglos. Warum nur? Ist es so schwer, ein Tempolimit durchzusetzen? Ja, sich nur dafür einzusetzen? Wäre es eine unerhörte Zumutung für die vorbeifahrenden Autofahrer, wenn sie ein kurzes Stück langsamer fahren müßten? Offenbar. Aber wir opfern dem Moloch Verkehr ja auch anderswo willfährig Lebensqualität. Hauptsache, der Verkehr rollt.